Alfons Söllner

Das Jahrhundert der Flüchtlinge – Rückblicke auf die deutsche Asylpolitik

„Die aktuelle Asylpolitik birgt ein Zeichen der Hoffnung, nicht nur, weil sie den Kriegsflüchtlingen unter die Arme greift, sondern auch, weil sie der politischen Lähmung in Europa entgegenarbeitet.“

„Wir schaffen das!“ – Der Satz der deutschen Kanzlerin aus dem Sommer 2015 ist sprichwörtlich geworden, aber die in ihm steckende Prognose wurde auch belächelt: Stand er für eine Selbstüberschätzung der Deutschen oder hat er eine Wendung der europäischen Asylpolitik in die Wege geleitet? Die Analyse der nationalen und globalen Entwicklungen auf dem Feld der Flüchtlingspolitik zeigt, dass politische Slogans nicht ausreichen. Es bedarf der Auseinandersetzung mit den rechtlichen und bürokratischen Realitäten, um zu verstehen, wie problematisch die Situation von Flüchtlingen nach wie vor ist.
In den hier zusammengestellten Aufsätzen zeichnet Alfons Söllner ein differenziertes Bild von Geschichte und Gegenwart der Asylpolitik nach 1945, die Analyse der sie begleitenden wissenschaftlichen Diskussionen bekundet zugleich, wie sehr das Thema ihn persönlich berührt. Während die Texte vor der Jahrtausendwende noch vehement Kritik an der Aushöhlung des bundesdeutschen Asylrechts artikulieren, lassen die späteren Texte liberalere Tendenzen erkennen. Die großzügige Aufnahme der ukrainischen Flüchtlinge in Deutschland und Europa ist ein Zeichen der Hoffnung – und ein energischer Einspruch gegen den Krieg.

Alfons Söllner, der sich ein Forscherleben lang um das Erbe der Hitler-Flüchtlinge bemühte, hat sich in den vergangenen 30 Jahren immer wieder mit der Asyl- und Flüchtlingspolitik auseinandergesetzt. Während die Analysen aus den 1990er Jahren noch eine vehemente Kritik an der Asylverweigerung in Deutschland artikulieren, lassen die späteren Texte liberalere Tendenzen erkennen. Kollektives Lernen mag eine ungesicherte Lektion aus geschichtlichen Katastrophen sein – die aktuelle Öffnung der Asylpolitik ist ein Zeichen der Hoffnung, nicht nur weil sie den Kriegsflüchtlingen unter die Arme greift, sondern auch weil sie der politischen Lähmung in Europa entgegenarbeitet.

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196
ISBN (Print)
978-3-86393-143-8
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