Alfons Söllner

Das Jahrhundert der Flüchtlinge – Rückblicke auf die deutsche Asylpolitik

Der russische Überfall auf die Ukraine hat die zeitgeschichtlichen Uhren in Europa neu gestellt. Während die zögerliche Haltung der Deutschen gegenüber den Waffenlieferungen einem zweifelhaft gewordenen Pazifismus zu entspringen scheint, zeigt sich ein anderes Bild, wenn man die große und spontane Hilfsbereitschaft bemerkt, mit der die ukrainischen Flüchtlinge vielerorts aufgenommen werden.

„Wir schaffen das!“ Der Satz der deutschen Kanzlerin aus dem Sommer 2015 ist sprichwörtlich geworden, aber die in ihm steckende Behauptung ist auch belächelt worden: Stand er für eine Selbstüberschätzung der Deutschen oder hat er eine nachhaltige Wendung der europäischen Asylpolitik in die Wege geleitet?

Alfons Söllner, der sich ein Forscherleben lang um das Erbe der Hitler-Flüchtlinge bemühte, hat sich in den vergangenen 30 Jahren immer wieder mit der Asyl- und Flüchtlingspolitik auseinandergesetzt. Während die Analysen aus den 1990er Jahren noch eine vehemente Kritik an der Asylverweigerung in Deutschland artikulieren, lassen die späteren Texte liberalere Tendenzen erkennen. Kollektives Lernen mag eine ungesicherte Lektion aus geschichtlichen Katastrophen sein – die aktuelle Öffnung der Asylpolitik ist ein Zeichen der Hoffnung, nicht nur weil sie den Kriegsflüchtlingen unter die Arme greift, sondern auch weil sie der politischen Lähmung in Europa entgegenarbeitet.
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978-3-86393-143-8
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